Die erste Frage, die man sich stellen muß, ist: wohin will ich eigentlich? Le Midi ist riesig, auch die Provence ist groß. Will man sie erkunden, sollte man sein Quartier ziemlich zentral wählen oder man entscheidet sich für einen Quartierwechsel während des Urlaubs.

Ja, Urlaub: wie lange bleibe ich in der Provence? Also, eine Woche ist zu wenig. Das Minimum sind zwei Wochen und da muß man entscheiden, welche Schwerpunkte man hat. Das ist er erste Punkt, den man überlegen muß. Hat man die Provence einmal ein bißchen kennengelernt, will man nicht mehr weg. Das heißt: der Aufenthalt wird länger und immer länger, so gut es halt geht, wenn man berufstätig ist.

Der zweite ist: wo will ich mein Quartier? Und: was für Quartier soll es sein? Hotel? Apartement? Ferienhäuschen? Es gibt eine Menge Anbieter im Internet, die meisten sind in Ordnung, vor allem wenn man über Gites de France bucht. Sie kontrollieren ihre Quartiergeber nämlich. Die Buchung kann in der eigenen Sprache erfolgen, trotzdem braucht man Grundkenntnisse des Französischen. Auch empfiehlt es sich, der Buchung ein paar persönliche Informationen anzufügen - wie z.B. älteres Ehepaar, erstmals in Frankreich ... etc. Gewöhnlich wirkt es sich positiv auf den Empfang aus. (Das gilt nicht nur in Frankreich). Google Streetview ist sehr nützlich, so kann man auch gleich die Lage des Quartiers überprüfen - ob die Realität mit der Beschreibung übereinstimmt. Manchmal ist das ein großer Vorteil.

Hotels haben den Vorteil, daß man dort meist auch gefüttert wird. Der Nachteil: man ist auf sein Zimmer beschränkt und das kann bei schlechtem Wetter unangenehm sein. Auf dem Campingplatz ist man zwar unter Menschen, aber die sind auch nur Fremde. Einheimische trifft man da eher selten. Privatquartiere sind am besten geeignet, um mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen. Das hat den Vorteil, daß man auch Ratschläge bekommt und - falls nötig - auch aktive Hilfe. Allerdings, wie schon gesagt, minimale Kenntnisse des Französischen sind ratsam. 

Apropos Futter 

Das Mittagessen ist heilig. Gegessen wird gewöhnlich zwischen 12.00 Uhr und 14.00 Uhr. Später haben nur Touristenlokale offen und da ist das Essen nicht so liebevoll zubereitet. Man findet unterwegs gewöhnlich immer ein Restaurant oder ein Bistro oder ein Café oder eine Auberge. Die Mahlzeiten sind variabel und manchmal gibt es nur ein einziges Menu, aber das ist sehr gut. Will man nicht ein ganzes Menu - also Vorspeise, Hauptgang und Käse / Dessert - verdrücken, kann man auch den Plat du Jour, den Tagesteller, bestellen. Das ist ein Hauptgericht, das jeden Tag wechselt. Die provenzalische Küche ist sehr vielfältig und es wird viel Gemüse und Obst verwendet. Sie ist ein Musterbeispiel der sogenannten "mediterranen" Küche und ein himmlisches Vergnügen, wenn sie auch Überraschungen bereithält.

Der Unterschied zwischen einem Touristenlokal und einem einheimischen Lokal ist sichtbar: im von Einheimischen besuchten Lokal wird zuerst mal ein Krug mit frischem Wasser und ein Korb mit Brot auf den Tisch gestellt. Im Touristenlokal muß man das Wasser bestellen. Die meisten Touristen haben Wasser und Brot nicht zu schätzen gewußt, also läßt man es weg. Auch haben Touristenlokale meist früher und länger geöffnet. Das bedeutet nicht, daß solche Lokale schlecht sind, sie sind nur auf schnelle Abfertigung ausgelegt und somit ist das Essen auch nicht so aufwendig zubereitet und die Gänge werden viel zu schnell hintereinander serviert.

Eins ist sicher: man kann in der Provence nicht verhungern.